Nichts weiter.

von Fee

Ich wollte doch nicht viel von dir:

Nichts weiter hättest du tun müssen, als im Gras zu liegen und in die Sonne zu blinzeln. Ich wollte ein Grashalmorchester mit dir gründen, Kronen aus Löwenzahn flechten und aus den Linien in deiner Hand lesen, ob die Sonne morgen scheint und wie viel Kugeln Eis du dir später kaufen wirst.

Ich hätte dich gebraucht, um die Decke aus der Mittagssonne unter einen Baum zu tragen und am Nachmittag wieder aus dem Schatten heraus. Ich wollte die nackten Füße in den Fluß hängen lassen und später, wenn die Sonne untergeht, Bierflaschen aus dem Wasser fischen und Teelichter ins Gras stellen. Und dann hätte ich vielleicht gewollt, dass du mich küsst.

Nichts weiter als ein paar Stunden hätte ich von dir gewollt. Ein paar Tage. Oder die Möglichkeit eines Sommers. Vielleicht nicht einmal das. All diese Pläne schienen eher dafür gemacht, Erinnerungen zu werden, anstatt eine Gegenwart zu sein. Ich hätte keine Zeit festlegen können, keinen Ort bestimmen. Von zwei bis halb neun? Die Wiese am Monopterus? Nein. Das ist es nicht. Es ist ein Immer, es ist ein Nie. Es ist ein Hätte-sein-können, ein Vielleicht-irgendwann.

Nichts weiter.

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