An einer Wand aus Atem.

von Fee

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Sein Blick morgens, ungefasst. Wie ein rahmenloses Bild an einer Wand aus Atem.

Nichts weiter bin ich, als die Meinungen, die über mich bestehen. Ich bin das Zustimmen und das Verneinen. Bin das Ablehnen und das Sicherkanntfühlen. Ohne das zurückgeworfene Bild, ohne den aufgefangenen Blick, ohne den Schritt auf die Straße bin ich nicht.

Blätter fallen aus den Bäumen. Das Licht lässt sie leuchten, goldgelb, rostrot. Ein Farbenregen. Meine Stirn legt sich in Falten. Es ist zu viel. Der blaue Herbsthimmel im Hintergrund, die herbe Luft, das Rauschen der Blätter. Ein zu perfekter Moment. Kitsch. Was ist es, das mich zweifeln lässt an der Realität, das mich einordnen lässt in vertraute Bilder, Szenen, Schemata? Man müsste sagen können, wie es ist, ganz ohne Wertung, mit neuen Worten.

Die Äste greifen wie Hände in den Himmel, versuchen aus dem Blau herauszuwringen, was sie nicht greifen können. Der Nebel, der ans Fenster kommt. Die Scheibe, die beschlägt. Ein Mund, der haucht, ein Finger, der malt. Buchstaben, die keinen Sinn ergeben, die kein Auge je gesehen.

Sein Blick. Ungefasst. Ein Bild ohne Rahmen an einer Wand aus Atem. Etwas, das mit einem Seufzen beginnt und einem Augenaufschlag endet. Ein Ausatmen, fast nur ein Hauchen. Mit neuen Worten müsste man schreiben können. Müsste sagen können, wie es ist.

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