Mittwochsbild (8).

von Fee

Green

„Du kannst nichts falsch machen“, sagt Marlene. Eingeklemmt auf dem Stuhl zwischen Dusche und Waschbecken sitzt sie, ein Handtuch über den Schultern. Mit behandschuhten Fingern massiere ich Strähne für Strähne, streichle die Farbe bis in die Spitzen, drehe Zöpfe, kleckse auf die Fliesen, es wird gut, richtig gut. Auswaschen, trocknen, föhnen. Vor dem Spiegel lacht sie, schüttelt den Kopf. Als würden sie im Dunkeln leuchten. Ich habe Marlene die Haare gefärbt und dann sind wir tanzen gegangen. Lippenstiftgrinsen auf den Bildern, wehendes Haar und vom Blitz verkniffene Augen. Und dann: Marlene, die träumt. Später erzählt sie mir, wie schnell die Farbe sich auswusch, Schlieren im Waschbecken, schon nach ein paar Tagen war sie ganz verschwunden. Und ich denke, wie oft das so ist, wenn etwas schön und neu und aufregend ist, wie schnell es verblasst, wie schnell es verschwindet, wie schnell es sich anfühlt, als wäre es nie da gewesen und wie traurig mich das macht.

Marlene träumt.
Wenn nicht beim Tanzen, dann hier:
http://eva-marlene.tumblr.com/

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